Ein Praxisbericht aus der Sicht der Bauleitung – WB Akustik GmbH

Als Bauleiter bei der WB Akustik GmbH erlebe ich diesen Zustand regelmäßig bei der ersten Bestandsaufnahme vor Ort. Gemeinsam mit Schulleitungen, Kitaleitungen, Architekten und kommunalen Trägern begehen wir Klassenräume, Mensen, Sporthallen und Gruppenräume, in denen das Lernen und Lehren durch mangelhafte akustische Bedingungen massiv erschwert wird. Doch das Gute vorweg: Raumakustik ist keine abstrakte Wissenschaft, sondern handfestes, präzises Bauhandwerk. Mit den richtigen Systemen – von hochabsorbierenden Akustikdecken über freihängende Deckensegel bis hin zu stoßfesten Wandabsorbern – lässt sich selbst der halligste Altbau-Klassenraum in eine konzentrierte Lernumgebung verwandeln.
Das unsichtbare Problem
Was schlechte Akustik im Schulalltag anrichtet
In der modernen Bildungsarchitektur dominieren häufig schallharte Materialien.
Große Fensterfronten für viel Tageslicht, strapazierfähige Linoleum- oder Parkettböden, glatt verputzte Betonwände und abwaschbare Oberflächen sind aus hygienischer und energetischer Sicht absolut sinnvoll. Akustisch gesehen wirken diese Flächen jedoch wie Spiegel: Der Schall wird nahezu ungebremst im Raum hin- und hergeworfen. Es entsteht ein langer Nachhall, der die Sprachverständlichkeit drastisch reduziert.
Im Alltag einer Bildungseinrichtung führt dies zum sogenannten Lombard-Effekt: Weil durch den hohen Grundgeräuschpegel und das lange Nachhallen die eigene Stimme und das Gegenüber schlechter verstanden werden, heben alle Anwesenden unbewusst ihre Sprechlautstärke an. Dadurch steigt der Gesamtpegel im Raum weiter, was wiederum zu noch lauterem Sprechen führt – eine akustische Abwärtsspirale.
Die Folgen begegnen uns in den Gesprächen auf den Baustellen immer wieder:
Für Lehrkräfte und Erzieher
Die Stimme ist ihr wichtigstes Arbeitsinstrument. Bei dauerhaftem Sprechen gegen einen Störschallpegel von 65 bis 75 Dezibel kommt es zu chronischer Stimmüberlastung, Kopfschmerzen, schnellerer Ermüdung und langfristig zu stressbedingten Ausfällen.
Für Schülerinnen, Schüler und Kinder
Wenn das Gehirn permanent damit beschäftigt ist, Nutzschall (die Stimme der Lehrkraft) vom Störschall (Nachhall und Nebengeräusche) zu trennen, kostet das enorme kognitive Kapazitäten. Besonders Kinder in der Sprachentwicklung, Lernende mit Deutsch als Zweitsprache sowie Kinder mit Hörbeeinträchtigungen oder Konzentrationsschwächen (wie ADHS) verlieren schnell den Anschluss. Silben verschwimmen im Raum, Merksätze gehen unter, die Unruhe wächst.
DIN 18041 als Maßstab auf der Baustelle
Die physikalische und normative Basis
Die Norm teilt Räume der Gruppe A (Räume, in denen die Sprachkommunikation im Vordergrund steht) in verschiedene Nutzungsarten ein. Für Schulen und Kitas sind vor allem zwei Kategorien entscheidend:
Die wichtigste Kenngröße vor Ort ist die Nachhallzeit ($T$). Sie beschreibt das Zeitintervall, in dem der Schalldruckpegel in einem Raum nach dem plötzlichen Abschalten einer Schallquelle um 60 Dezibel abfällt. Während in einem unsanierten Klassenraum mit hohen Decken oft Nachhallzeiten von 1,2 bis über 1,8 Sekunden gemessen werden, fordert die DIN 18041 – abhängig vom Raumvolumen – für Standard-Unterrichtsräume meist Werte um 0,5 bis 0,6 Sekunden und für inklusive Lernräume oder Kitas sogar Werte um 0,4 bis 0,5 Sekunden.
Ein reines Herunterdrücken der Nachhallzeit über die gesamten Frequenzen reicht jedoch nicht aus. Menschliche Sprache bewegt sich im Hauptfrequenzbereich zwischen 125 Hz und 4.000 Hz. Gerade die tiefen Frequenzen (etwa das Stühlerücken oder das tiefe Gemurmel vieler Stimmen) und die mittleren bis hohen Frequenzen (die für die Silbenverständlichkeit der Konsonanten entscheidend sind) müssen ausgewogen bedämpft werden.
Bewährte Raumakustik Systemlösungen aus der Montagepraxis der WB Akustik GmbH
Jede Bildungseinrichtung bringt ihre eigenen baulichen Gegebenheiten mit. Ein denkmalgeschütztes Berliner Backstein-Schulgebäude aus der Gründerzeit erfordert auf der Baustelle völlig andere Montagekonzepte als ein moderner Stahlbeton-Neubau mit Betonkernaktivierung oder ein Flachbau aus den 1970er-Jahren. Bei der WB Akustik GmbH setzen wir daher auf drei zentrale Säulen, die wir je nach Raumanforderung einzeln installieren oder im Verbund kombinieren.
Primärer Einsatzbereich
Klassenzimmer, Flure, Verwaltungsräume
Akustische & Bauliche Stärke
Flächige Grunddämpfung, Integration von Beleuchtung und Haustechnik, hohe Wirtschaftlichkeit
Primärer Einsatzbereich
Kitas, Mensen, Räume mit Betonkernaktivierung oder Bestandsdecken
Akustische & Bauliche Stärke
Beidseitige Schallabsorption, Erhalt der Raumhöhe, gezielte Zonierung über Lärmquellen
Primärer Einsatzbereich
Klassenräume, Musikräume, Sporthallen, Treppenhäuser
Akustische & Bauliche Stärke
Unterbindung von Flatterechos auf Ohrhöhe, extreme Ballwurfsicherheit und Stoßfestigkeit
Der Klassiker mit höchster Effizienz: Abgehängte Akustikdecken
In den meisten klassischen Unterrichtsräumen ist die Raumdecke die größte zusammenhängende, frei verfügbare Fläche. Hier erzielen wir mit vollflächig abgehängten Akustikdecken (meist als sichtbares oder verdecktes Rasterdeckensystem mit Mineralwolle- oder Steinwolle-Einlegeplatten der Absorptionsklasse A) den größten Hebel zur Reduzierung der Nachhallzeit.
Verdecken von Installationen
In vielen Bestandsbauten verlaufen Elektroleitungen, Datenkabel für digitale Whiteboards, Lüftungsrohre und Heizungsstränge unter der Rohdecke. Mit einer sauber nivellierten Unterkonstruktion lassen wir diese Technik hinter der Akustikdecke verschwinden, während wichtige Revisionsklappen und Brandmelder exakt eingepasst werden.
Tieffrequente Absorption durch Abhängung
Durch die Abhängehöhe von beispielsweise 15 bis 30 Zentimetern unter der Rohdecke entsteht ein Luftraum (Plenum). Dieser Hohlraum sorgt in Kombination mit hochdichten Akustikplatten dafür, dass auch tieffrequente Geräusche wirksam geschluckt werden.
Lichtreflexion
Moderne Akustikdeckenplatten verfügen über hochweiße Oberflächen, die das Tageslicht optimal tief in den Klassenraum reflektieren und so die Ausleuchtung der Arbeitsplätze verbessern.
In zahlreichen Schulen haben wir auf diese Weise ganze Etagen inklusive der angrenzenden Schulflure ausgestattet. Gerade in den Fluren ist die Kombination aus Brandschutzanforderungen (Fluchtwege!) und Schallabsorption entscheidend, damit der Pausenlärm nicht durch die Türen in die benachbarten Klassenzimmer dringt.

Flexibel und leistungsstark
Nicht immer lässt sich eine geschlossene Decke einziehen. Manchmal sprechen denkmalpflegerische Auflagen (Stuckdecken oder Kappendecken), technische Gegebenheiten (thermisch aktivierte Betondecken, die nicht abgedeckt werden dürfen) oder ein knappes Zeitfenster im laufenden Betrieb dagegen. Genau hier spielen freihängende Deckensegel ihre Stärken aus, die wir mit der WB Akustik GmbH bereits in unzähligen Gruppenräumen und Schulmensen montiert haben.
Deckensegel für Kitas, Mensen und den Bestand
Der physikalische Clou bei Deckensegeln: Da sie frei mit Drahtseilabhängungen im Raum schweben, dringt der Schall nicht nur von unten in die Vorderseite des Absorbers ein, sondern wird nach der Reflexion an der Rohdecke auch über die Rückseite und die Kanten des Segels geschluckt. Dadurch erreichen Deckensegel einen extrem hohen äquivalenten Absorptionsgrad auf vergleichsweise kleiner Fläche.

Praxisbeispiel Kindertagesstätten
In Kitas findet das Leben auf dem Boden und in kleinen Spielecken statt. Hier montieren wir die Segel oft als akustische „Inseln“ direkt über der Bauecke oder dem Esstischbereich. Durch verschiedene geometrische Formen (Kreise, Rechtecke, Sechsecke) und freundliche Textilfarben fügen sich die Elemente spielerisch in das Raumkonzept ein, ohne erdrückend zu wirken.
Praxisbeispiel Schulmensa
In einer Mensa treffen hunderte Kinder gleichzeitig aufeinander, begleitet vom Klappern von Besteck, Tabletts und Geschirr. Durch das Abhängen großformatiger, hygienisch abwischbarer Deckensegel in unterschiedlichen Höhen brechen wir die Schallausbreitung direkt über den Tischgruppen. Das Ergebnis ist sofort spürbar: Statt einer ohrenbetäubenden Bahnhofshallen-Atmosphäre entsteht ein Raumklima, in dem man sich mit seinem Tischnachbarn in normaler Zimmerlautstärke unterhalten kann.
Unverzichtbar gegen Flatterechos
Wandabsorber auf Ohrhöhe
Die Lösung der WB Akustik GmbH
Ballwurfsichere Wandabsorber
Aus dem Nähkästchen der Bauleitung: Worauf es bei der Umsetzung von Raumakustik in Bildungseinrichtungen wirklich ankommt
Das beste Akustikmaterial auf dem Papier nützt wenig, wenn die Montage auf der Baustelle nicht reibungslos funktioniert. Bildungseinrichtungen sind hochsensible Arbeitsorte. Als Bauleiter der WB Akustik GmbH weiß ich, dass unsere Arbeit oft unter besonderem Zeitdruck steht – meist in den eng getakteten Schulferien oder nachmittags im laufenden Kita-Betrieb.
Damit ein Projekt sowohl akustisch als auch organisatorisch zum vollen Erfolg wird, achten wir in der Praxis auf vier entscheidende Faktoren:
Raumakustik in Bildungseinrichtungen ist eine Investition, die sich ab dem ersten Tag auszahlt
Gute Raumakustik in Bildungseinrichtungen ist kein kosmetischer Luxus, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Arbeitsschutz, Inklusion und Bildungserfolg. Unsere zahlreichen Projekte mit der WB Akustik GmbH zeigen immer wieder: Oft reichen schon gezielte, wirtschaftlich absolut vertretbare Maßnahmen – wie die Kombination aus Deckensegeln und einzelnen Wandabsorbern –, um die Nachhallzeit zu halbieren und den Lärmpegel im Raum um mehrere Dezibel zu senken (wobei eine Reduktion um 10 Dezibel vom menschlichen Ohr bereits als Halbierung der Lautstärke empfunden wird).
Wer heute in Akustikdecken, Deckensegel und Wandabsorber investiert, baut nicht nur nach aktuellen DIN-Normen, sondern schafft Räume, in denen Kinder gerne lernen und Pädagoginnen sowie Pädagogen gesund und mit Freude unterrichten können.
