Raumakustik im Fokus
Moderne Architektur setzt auf klare Linien, Sichtbeton, großflächige Glasfronten und harte Böden. Was optisch überzeugt, stellt die Raumakustik vor erhebliche Herausforderungen: Schallwellen reflektieren ungebremst an harten Oberflächen, die Nachhallzeit steigt drastisch an, und die Sprachverständlichkeit sinkt.
Ob im Großraumbüro, im Tonstudio, in Bildungseinrichtungen oder im privaten Wohnraum – Akustik-Absorber wie Deckensegel und Wandabsorber sind das zentrale Werkzeug zur gezielten Optimierung der Raumakustik.


Physikalische Grundlagen: Wie Absorption funktioniert
Schall breitet sich als mechanische Druckwelle in der Luft aus. und trifft diese Welle dann auf eine Begrenzungsfläche, wird ein Teil reflektiert, ein Teil transmittiert (nach außen weitergeleitet) und ein Teil absorbiert.
Die Schallabsorption beruht primär auf der Umwandlung von kinetischer Schallenergie in thermische Energie durch Reibung:
Poröse Absorber:
Resonanzabsorber (Plattenschwinger / Helmholtz-Resonatoren):
Der Schallabsorptionsgrad α
Die Leistungsfähigkeit αp nach DIN EN ISO 11654:
Bauformen und Anwendungsbereiche
Primärer Wirkbereich: Mitten & Höhen (500–4000 Hz)
Typische Einsatzbereiche: Büros, Besprechungsräume, Wohnbereiche
Besonderheiten: Einfache Montage, fungieren oft als Designelement oder Wandbild
Primärer Wirkbereich: Breitbandig (Mitten & Höhen)
Typische Einsatzbereiche: Open-Space-Offices, Restaurants, Foyers
Besonderheiten: Einfache Montage und fungieren oft als Designelement oder Wandbild
Primärer Wirkbereich: Direktschall / Mitten
Typische Einsatzbereiche: Großraumbüros, Callcenter
Besonderheiten: Kombination aus Nahfeld-Absorption und visueller Zonierung
Primärer Wirkbereich: Tiefen (50–250 Hz)
Typische Einsatzbereiche: Tonstudios, Heimkinos und Hörräume
Besonderheiten: Voluminöse Eckplatzierung, wo sich Raummoden konzentrieren
Planung und Dimensionierung von Akustik-Absorbern
Eine unbedachte Platzierung führt selten zum Ziel und die raumakustische Planung orientiert sich deshalb an anerkannten Standards wie der DIN 18041 („Hörsamkeit in Räumen“):
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Akustik-Absorber
Schallabsorption verbessert die Akustik innerhalb des Raumes (Reduktion von Nachhall und Echos), während die Schalldämmung hingegen verhindert, das Schallübertragung von einem Raum in einen anderen stattfindet (baulicher Schallschutz durch Masse und Entkopplung).
Standardtextilien dämpfen fast ausschließlich sehr hohe Frequenzen ab etwa 2–3 kHz. Werden nur Textilien genutzt, klingt der Raum unausgewogen: Die Höhen wirken dumpf, während der mittlere Sprachbereich und der Tiefton ungedämpft nachhallen.
Als praxisnahe Faustformel für Standard-Büros und Wohnräume gilt: Rund 50 bis 60 % der Raumgrundfläche sollten als wirksame Absorptionsfläche (Klasse A) an Decke und/oder Wänden eingebracht werden.
In öffentlichen und gewerblichen Bauten sind Brandschutznormen (DIN 4102-B1 oder EN 13501-1 Class B/C) zwingend. Mineralfaserplatten aus Glas- und Steinwolle, Melaminharzschaumstoff (z. B. Basotect) und thermisch gebundene PET-Vliese sind schwer entflammbar, faserfrei und emittieren keine schädlichen Partikel.
