Akustik-Absorber – Funktionsweise, Typen und Einsatz

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Raumakustik im Fokus

Funktionsweise, Typen und Einsatz von Akustik-Absorbern

Moderne Architektur setzt auf klare Linien, Sichtbeton, großflächige Glasfronten und harte Böden. Was optisch überzeugt, stellt die Raumakustik vor erhebliche Herausforderungen: Schallwellen reflektieren ungebremst an harten Oberflächen, die Nachhallzeit steigt drastisch an, und die Sprachverständlichkeit sinkt.

Ob im Großraumbüro, im Tonstudio, in Bildungseinrichtungen oder im privaten Wohnraum – Akustik-Absorber wie Deckensegel und Wandabsorber sind das zentrale Werkzeug zur gezielten Optimierung der Raumakustik.

Physikalische Grundlagen: Wie Absorption funktioniert

Schall breitet sich als mechanische Druckwelle in der Luft aus. und trifft diese Welle dann auf eine Begrenzungsfläche, wird ein Teil reflektiert, ein Teil transmittiert (nach außen weitergeleitet) und ein Teil absorbiert.

Die Schallabsorption beruht primär auf der Umwandlung von kinetischer Schallenergie in thermische Energie durch Reibung:

Poröse Absorber:

Offenporige Materialien (z. B. Basotect/Melaminharzschaumstoff, Mineralwolle, PET-Vlies) lassen Schallwellen in ihre Porenstruktur eindringen. Die Luftmoleküle reiben an den feinen Fasern oder Stegen des Materials. Dadurch wird die Bewegungsenergie in nicht wahrnehmbare Wärme umgewandelt. Sie wirken primär im mittleren bis hohen Frequenzbereich (Sprachbereich ab ca. 500 Hz).

Resonanzabsorber (Plattenschwinger / Helmholtz-Resonatoren):

Für tiefe Frequenzen (unter 200 Hz / Bassbereich) sind herkömmliche poröse Absorber zu ineffizient, da die Wellenlängen mehrere Meter betragen. Hier kommen schwingungsfähige Membranen oder Hohlraumresonatoren zum Einsatz, die bei ihrer Eigenfrequenz gezielt Resonanzenergie aufnehmen und dämpfen.

Der Schallabsorptionsgrad α

Die Leistungsfähigkeit αp nach DIN EN ISO 11654:

α = 1,0

100 % des Schalls werden absorbiert (vollständige Dämpfung).

α = 0,0

Vollständige Reflexion (z. B. Betonwand).

Bauformen und Anwendungsbereiche

Primärer Wirkbereich: Mitten & Höhen (500–4000 Hz)

Typische Einsatzbereiche: Büros, Besprechungsräume, Wohnbereiche

Besonderheiten: Einfache Montage, fungieren oft als Designelement oder Wandbild

Primärer Wirkbereich: Breitbandig (Mitten & Höhen)

Typische Einsatzbereiche: Open-Space-Offices, Restaurants, Foyers

Besonderheiten: Einfache Montage und fungieren oft als Designelement oder Wandbild

Primärer Wirkbereich: Direktschall / Mitten

Typische Einsatzbereiche: Großraumbüros, Callcenter

Besonderheiten: Kombination aus Nahfeld-Absorption und visueller Zonierung

Primärer Wirkbereich: Tiefen (50–250 Hz)

Typische Einsatzbereiche: Tonstudios, Heimkinos und Hörräume

Besonderheiten: Voluminöse Eckplatzierung, wo sich Raummoden konzentrieren

Planung und Dimensionierung von Akustik-Absorbern

Eine unbedachte Platzierung führt selten zum Ziel und die raumakustische Planung orientiert sich deshalb an anerkannten Standards wie der DIN 18041 („Hörsamkeit in Räumen“):

Bestimmung der Soll-Nachhallzeit (T60)

Abhängig von der Raumnutzung liegt der Zielwert für Unterrichts- oder Besprechungsräume meist zwischen 0,5 und 0,8 Sekunden und für Sprache im Büro oft bei ca. 0,6 Sekunden.

Identifikation kritischer Reflexionspunkte

Bei Stereowiedergabe oder Präsentationsflächen wird die sogenannte Spiegelmethode genutzt, um Erstreflexionen an Seitenwänden direkt abzufangen.

Flächenverteilung

Es empfiehlt sich eine Verteilung über mindestens zwei Raumachsen (z. B. Decke + eine Wand), um Flatterechos zwischen parallelen Wänden effektiv zu unterbinden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Akustik-Absorber

Schallabsorption verbessert die Akustik innerhalb des Raumes (Reduktion von Nachhall und Echos), während die Schalldämmung hingegen verhindert, das Schallübertragung von einem Raum in einen anderen stattfindet (baulicher Schallschutz durch Masse und Entkopplung).

Standardtextilien dämpfen fast ausschließlich sehr hohe Frequenzen ab etwa 2–3 kHz. Werden nur Textilien genutzt, klingt der Raum unausgewogen: Die Höhen wirken dumpf, während der mittlere Sprachbereich und der Tiefton ungedämpft nachhallen.

Als praxisnahe Faustformel für Standard-Büros und Wohnräume gilt: Rund 50 bis 60 % der Raumgrundfläche sollten als wirksame Absorptionsfläche (Klasse A) an Decke und/oder Wänden eingebracht werden.

In öffentlichen und gewerblichen Bauten sind Brandschutznormen (DIN 4102-B1 oder EN 13501-1 Class B/C) zwingend. Mineralfaserplatten aus Glas- und Steinwolle, Melaminharzschaumstoff (z. B. Basotect) und thermisch gebundene PET-Vliese sind schwer entflammbar, faserfrei und emittieren keine schädlichen Partikel.

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